Gesamtmelioration Ftan
Projektbeschrieb
Die damals noch eigenständige Gemeinde Ftan beschloss im September 1989 die Durchführung einer Gesamtmelioration über das gesamte Gemeindegebiet. Die Organisation der Durchführung wurde einer Meliorationsgenossenschaft unter dem Vorsitz des Präsidenten Cla Denoth übertragen. Nach geänderter Gesetzgebung fiel die Melioration als erste der Schweiz unter die UVP-Pflicht. Die Gesamtmelioration hatte zum Ziel, der Landwirtschaft von Ftan eine Parzellierung und Infrastruktur zu schaffen, die die Ertragsfähigkeit des Bodens erhält und seine Bewirtschaftung erleichtert. Die traditionelle Kulturlandschaft sollte dabei in ihrer Schönheit und natürlichen Vielfalt möglichst wenig beeinträchtigt werden. Der Umsetzungsperimeter umfasste das komplette parzellierte Gemeindegebiet sowie angrenzende Scuoler-Gebiete, die damals einzig von Ftan erschlossen waren. Bei den Bauzonen innerorts wurde keine eigentliche Umlegung vorgenommen, sondern nur notwendige Grenzbereinigungen für Strassen, Wege und Zufahrten vorgenommen. Ein Teil des Gemeindegebiets befindet sich in einer Rutschzone. Diese erschwerte partiell die landwirtschaftliche Erschliessung und erforderte Zusatzmassnahmen. Am 19. September 1990 wurde unser Büro mit der Ausarbeitung des Projektes «Gesamtmelioration Ftan» beauftragt.
Bewässerung
Durch die inneralpine Lage ist die Niederschlagssumme in Ftan mit durchschnittlich etwa 700 mm pro Jahr im schweizweiten Vergleich gering. Für die Futterproduktion auf den Wiesen ist, vor allem bei Trockenperioden, eine kontrollierte Bewässerung erforderlich. Die Wasserführung der Bachläufe in der Umgebung der landwirtschaftlichen Parzellen ist jedoch, vor allem in den Sommermonaten, gering. Um trotzdem eine Bewässerung zu ermöglichen, brauchte es eine innovative Lösung. Diese konnte durch die Nutzung von Synergien mit den Bergbahnen Scuol und Motta Naluns gefunden werden. Das Wasser zur Bewässerung kommt aus dem Speichersee der Bergbahnen, die Zulieferung erfolgt über die bestehenden Beschneiungsleitungen ergänzt durch neu gebaute Bewässerungsleitungen. Die Festlegung der beregneten Fläche erfolgte in Absprache mit verschiedenen Umweltverbänden, um die Lebensräume gefährdeter Pflanzen und Tiere bestmöglich zu schützen.
Leistungen
- Generelles Projekt
- Erschliessung
- Güterzusammenlegung
- Bewässerung
Technische Angaben
Beizugsgebiet: 730 ha
Parzellen im Beizugsgebiet (alter Bestand): 3‘500
Parzellen im Beizugsgebiet (neuer Bestand): 540
Grundeigentümer: 285
Neubau, resp. Sanierung von Meliorationswegen: 27 km
Bewässerungsperimeter: 90 ha
Ihre Ansprechpersonen

Stefan Darnuzer
Geometer / GL / Inhaber
+41 81 415 31 00
stefan@darnuzer.ch

