Gesamtmelioration Sent
Projektbeschrieb
Die Gemeindeversammlung der damals noch eigenständigen Gemeinde Sent beschloss im März 1983 die Durchführung einer Gesamtmelioration über das gesamte Gemeindegebiet. Die Organisation der Durchführung wurde einer gemeindeinternen Kommission übertragen. Die einzelnen Bauetappen mussten von der Gemeindeversammlung jeweils im Voraus genehmigt werden. Der Umsetzungsperimeter umfasste das parzellierte Gebiet ausserhalb der Bauzone. Die Gesamtmelioration hatte zum Ziel, der Landwirtschaft von Sent eine Parzellierung und Infrastruktur zu schaffen, die die Ertragsfähigkeit des Bodens erhält und seine Bewirtschaftung erleichtert. Die traditionelle Kulturlandschaft sollte dabei in ihrer Schönheit und natürlichen Vielfalt möglichst wenig beeinträchtigt werden. Neben den Güterzusammenlegungen sowie den Neu- und Ausbauten von Strassen erfolgte die Erschliessung mehrerer zuteilungsbedingter Stallneubauten ausserhalb der Bauzone über die Gesamtmelioration. Am 6. Dezember 1983 wurde unser Büro mit der Ausarbeitung des Projektes «Gesamtmelioration Sent» beauftragt.
Bewässerung
Durch die inneralpine Lage ist die Niederschlagssummer in Sent mit durchschnittlich etwa 700 mm pro Jahr im schweizweiten Vergleich gering. Für die Futterproduktion auf den Wiesen ist, vor allem bei Trockenperioden, eine kontrollierte Bewässerung erforderlich. Die Gemeinde Sent knüpfte 1957 die Vergabe der Konzession an die Engadiner Kraftwerke an die Bedingung eines kostenlosen Wasserbezugsrechts für die landwirtschaftliche Bewässerung. Durch den Sesvennagletscher im Einzugsgebiet der Wasserfassung Pradrella hat dieses Wasser einen hohen Schwebstoffgehalt. Zusammen mit dem hohen Druck führte das zu einem sehr schnellen Verschleiss am ursprünglich realisierten Verteilnetz. Stattdessen wird das Wasser nun mit dem vorhandenen Druck in ein Reservoir am östlichen Dorfrand von Sent befördert. Dort wird in einem Absetzbecken der Grossteil der Schwebestoffe sedimentiert und das Wasser anschliessend mit niedrigem Druck über die Bewässerungsleitungen verteilt.
Leistungen
- Generelles Projekt
- Erschliessung
- Güterzusammenlegung
- Bewässerung
Technische Angaben
Beizugsgebiet: 820 ha
Parzellen im Beizugsgebiet (alter Bestand): 3‘593
Parzellen im Beizugsgebiet (neuer Bestand): 611
Grundeigentümer: 294
Neubau, resp. Sanierung von Meliorationswegen: 39 km
Bewässerungsperimeter: 171 ha
Ihre Ansprechpersonen

Stefan Darnuzer
Geometer / GL / Inhaber
+41 81 415 31 00
stefan@darnuzer.ch

